Vor dem Gottesdienst: Ankommen, sehen, staunen
Am Sonntagmorgen lag spürbare Vorfreude und Spannung in der Luft: In der Sporthalle der Jugendherberge Hoher Hain herrschte emsiges Treiben. Stühle wurden gerückt, Kissen und Picknickdecken ausgebreitet, letzte Selfies geschossen. Besonders ins Auge fiel der Altarschmuck – 50 bunt gestaltete Kartons, entstanden als kreative Aufgabe der Geländerallye vom Freitag. Sie waren mal tiefsinnig, mal witzig – genau wie die Jugendlichen selbst.
Als das gemeinsam gesungene Lied „Zehntausend Gründe“ erklang, stellte sich der erste Gänsehautmoment des Tages ein. Die Atmosphäre wurde ruhig, erwartungsvoll. Dann las eine Jugendliche mit starker Stimme und ausdrucksvoller Präsenz den Bibeltext aus 2. Mose 3, 1–14 – und unter den rund 800 Anwesenden wurde es still. Der Gottesdienst konnte beginnen.
Bezirksapostelhelfer Mutschler: Gott brennt für dich – aus Liebe
Mit dem Eingangslied „Lobe den Herren“ zog der Festgottesdienst offiziell ein. Bezirksapostelhelfer Helge Mutschler, begleitet von den mitdienenden Aposteln und dem Bischof, trat an den Altar. Nach dem Gebet las er das Bibelwort aus 2. Mose 3,11–12 vor – das zugleich das Motto des Jugendtags enthielt:
„Ich will mit dir sein.“
Zuvor bezog er sich auf das soeben gesungene Lied, das daran erinnert: „Der Herr tut heute noch Wunder.“
Er schilderte die biblische Szene, in der Mose – nach einem tragischen Fehltritt – aus Ägypten fliehen muss und als Schafhirte in der Wüste lebt. Dort begegnet ihm Gott im brennenden Dornbusch und beruft ihn zum Befreier Israels. Heute, so Mutschler, begegnet uns Gott im Alltag. Er kennt jeden Einzelnen, ruft uns beim Namen, brennt für uns – aus Liebe, und gibt uns Aufgaben, die unser Leben mit Sinn füllen.
Dabei steht Gott von Anfang an für eine Liebe, die nie endet. Im Gegenzug ermutigte der Bezirksapostelhelfer die Jugendlichen, selbst mit Gott zu leben – für christliche Werte einzustehen, den Nächsten zu sehen, Zeit zu teilen, Liebe weiterzugeben.
Apostel Wittich: Gottes Nähe in der Bibel und im Leben
Nach dem Lied „Danke!“ knüpfte Apostel Ralph Wittich direkt an den Liedtext an und äußerte seine tiefe Dankbarkeit für die erlebten Tage und den Gottesdienst. In einem kurzen, aber kraftvollen Streifzug durch die Bibel zeigte er, wie oft Gott seine Nähe verspricht:
„Denn du bist bei mir …“ (Psalm 23)
„Ich habe dich bei deinem Namen gerufen …“ (Jesaja 43)
„Ich bin bei euch alle Tage …“ (Matthäus 28)
Wittich berichtete offen davon, dass er in seinem Leben nicht nur Wunder, sondern auch Wunden erlebt habe – und gerade deshalb sei er Gott für seine Treue unendlich dankbar.
Apostel Korbien: Jesus ist ganz nah
Apostel Jens Korbien, Mitgastgeber des Jugendtags, sprach mit sichtbarer Freude und Dankbarkeit. In seinem Predigtbeitrag stellte er menschliche Versprechen göttlichen Zusagen gegenüber – mit dem Hinweis: Menschen können enttäuschen, Gott nicht.
Und wenn Gott manchmal fern wirkt? Dann ist da Jesus – ganz nah, mitten im Leben. Er stärkt, begleitet, versteht. Mit ihm sind selbst unsere eigenen Versprechen – wie das Konfirmationsgelübde – erfüllbar.
Sündenvergebung und Heiliges Abendmahl: Frieden beginnt bei uns
Nach dem Lied „Anker in der Zeit“ sprach der Bezirksapostelhelfer über die Majestät Gottes – und leitete über zur Sündenvergebung. Besonders eindringlich erinnerte er an die Worte: „Der Friede des Auferstandenen sei mit euch.“ Das ist kein Gruß – das ist ein Auftrag. Gerade in einer Zeit voller Konflikte und Kriege rief er dazu auf, Friedensstifter zu sein, zu vergeben und mutig den ersten Schritt zu gehen.
Als er davon sprach, dass er am liebsten durch die Reihen gehen und jeden Einzelnen umarmen würde, um Gottes Liebe spürbar zu machen, war der Moment voller Tiefe – und ein Sonnenstrahl fiel durch das Oberlicht der Halle.
Abendmahl für die Entschlafenen: Familie über alle Grenzen hinweg
Vor der Feier des Heiligen Abendmahls für Verstorbene wandte sich der Bezirksapostelhelfer an alle, die trauern. „Wir beten für dich“, sagte er mit leiser Stimme. In diesem Moment durfte sich jede und jeder als Teil einer großen Familie fühlen – über Zeit, Raum und Leben hinaus.
Besonders gedachte er junger Menschen, die durch Unfall, Krankheit oder Suizid verstorben sind.
Musikalisch umrahmt wurde dieser Moment von „Tears in Heaven“ – ein leises, ehrliches Lied über Verlust und Hoffnung. Stellvertretend für die Entschlafenen empfingen die Jugendbeauftragten Jan Weyh und Tobias Schäfer das Sakrament.
Schlussworte und Danksagung: Was bleibt
Im Schlussgebet dankte der Bezirksapostelhelfer für das Erlebte – für Segen, Nähe, Begegnung.
Danach gab es Standing Ovations: Für Tobias und Jan, die den Jugendtag mit über 60 Helferinnen und Helfern organisiert hatten – mit Herz, Verstand und Leidenschaft.
Zum Abschluss sang die ganze Gemeinde noch einmal kraftvoll „Shine, Jesus, Shine“ – ein Lied, das alles zusammenfasste:
Gott ist mit uns. Und das Licht geht mit.
Hier geht es zur Berichterstattung von den vier Tagen der Gemeinschaft, der Freude, des Erlebens mit den 800 Teilnehmern.
Neuapostolische Kirche